Naomi und Deborahs süßes Geheimnis: Dattelwein, der die Sündflut überlebt“

Es war einmal in einer Zeit, als die Tugend noch in Kinderschuhen steckte und die Städte Namen trugen, die heute nur noch als Synonyme für göttliche Ungeduld bekannt sind. In dieser Ära lebten zwei Schwestern, Naomi und Deborah, deren Vater – Lot by name – eine gewisse Neigung hatte, sich in den falschen Städten niederzulassen.

Eines Tages, nachdem ihre Heimatstadt mehr zu einem Salzlieferanten für zukünftige Generationen geworden war als zu einem blühenden urbanen Zentrum, fanden sich die beiden Schwestern mit ihrem Vater in einer Höhle wieder. Umgeben von nichts als Felswänden und dem Echo ihrer eigenen Stimmen beschlossen sie, das Beste aus ihrer misslichen Lage zu machen.

„Was sollen wir tun?“, fragte Naomi ihre Schwester, während sie einen Korb voller Datteln betrachtete. „Wir haben keine Nachbarn mehr zum Plaudern, keine Märkte zum Feilschen und keine Tempelfeste zum Tanzen.“

Deborah, die jüngere aber nicht weniger scharfsinnige der beiden, hatte eine Idee. „Warum nutzen wir nicht diese Datteln und machen etwas daraus? Etwas… berauschendes?“

Und so begannen sie mit der Herstellung von Dattelwein – ein Unterfangen so kühn wie der Versuch Abrahams, mit Gott über die Anzahl der Gerechten zu verhandeln.

Rezept für Lot’sche Datteltrunkenheit:

  1. Sammle eine große Menge an reifen Datteln (und versuche dabei nicht an all die verpassten Chancen zu denken).
  2. Zerstampfe die Datteln zu einem süßen Brei (und stelle dir vor, es wäre das Unheil, das du hinter dir lässt).
  3. Füge Wasser hinzu und warte geduldig auf die Gärung (so wie man auf bessere Zeiten wartet).
  4. Filtere den entstandenen Wein (und hoffe darauf, dass er deine Sorgen ebenso filtert).
  5. Lagere ihn kühl und dunkel (wie deine Hoffnung auf Erlösung).

Die Schwestern warteten geduldig auf das Ergebnis ihres Experiments. Und während sie warteten – denn Geduld ist eine Tugend, auch wenn man gerade keine hat – dachten sie über ihr Leben nach.

Als der Wein schließlich fertig war und seine süße Betörung durch die Höhle wehte, da wussten Naomi und Deborah: Sie hatten etwas geschaffen, das mehr war als nur ein Getränk. Es war ein Symbol des Überlebenswillens; ein Zeichen dafür, dass selbst in den dunkelsten Stunden des Lebens noch Platz für Genuss ist.

So endet unsere Geschichte von zwei Schwestern und ihrem himmlischen Gebräu – ein Getränk so alt wie die Berge um sie herum und doch frisch genug, um neue Geschichten zu inspirieren. Denn manchmal ist es der Wein aus den Trümmern unserer Welt, der uns zeigt: Das Leben geht weiter – mit oder ohne Moral von der Geschicht‘.


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