Da saßen wir nun, meine bessere Hälfte und ich, auf dem Campingplatz der Festung Masada, umgeben von nichts als Sand und Geschichte. Unser Plan war so simpel wie genial: Wir wollten die biblische Linsensuppe nachkochen, die Jakob seinem Bruder Esau vorsetzte. Doch wie es das Schicksal wollte, hatten wir von allem etwas dabei – nur keine Linsen.
Mit dem Shabbat im Nacken und der Sonne auf dem Haupt machten wir uns auf nach Ein Bokek. Dort, wo Touristen sich tummeln und die Geschäfte auch am Ruhetag nicht ruhen. Nach einer Odyssee durch Souvenirläden und Supermärkte fanden wir endlich unser Gold – oder besser gesagt unsere Linsen.
Zurück in unserer Zeltburg, unter dem wachsamen Auge des Mondes, begann das große Kochen. Wir waren entschlossen, nur das zu verwenden, was auch Jakob zur Verfügung gestanden hätte: Linsen aus unserem kleinen Sieg über die Zeit, Wasser aus einer Quelle, die schon David gekannt haben könnte, und Salz – direkt vom Toten Meer.
Die Kräuter pflückten wir mit eigenen Händen; Koriander und Minze schenkten uns ihr Aroma. Das Feuer loderte auf und unsere Suppe brodelte vor sich hin. Währenddessen philosophierten wir über Esau – ob er wohl ahnte, dass er für einen Teller dieser Köstlichkeit seine Erstgeburt verkaufen würde?
Endlich war es soweit: Der erste Löffel wurde probiert. Die Suppe war ein Gedicht – einfach in ihrer Zusammensetzung, doch königlich im Geschmack. Jeder Bissen ließ uns tiefer in die Vergangenheit eintauchen.
Kochanleitung:
- Pflücke frische Kräuter (Koriander und Minze).
- Wasche eine Tasse voll Linsen.
- Gib die Linsen mit vier Tassen Quellwasser in einen Topf.
- Füge eine Handvoll gehackter Kräuter hinzu.
- Salze mit Bedacht mit Salz vom Toten Meer.
- Koche alles über offenem Feuer bis zur gewünschten Konsistenz.
- Genieße heiß und erlebe ein Stück Geschichte.
So saßen wir da, im Schatten alter Helden, und löffelten unsere Suppe – ein Gericht so alt wie die Erzählungen selbst und doch frisch zubereitet unter dem Sternenzelt Masadas.



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